Gemeinschaftsprojekt: Ornithologische Allianz Rumänien-Bayern (SOR/LBV)

Der Steinkauz (Athene noctua) – Spezifische Merkmale der bayerischen Population

Der Steinkauz (Athene noctua), in Rumänien als „Cucuveaua“ bekannt, stellt eine der markantesten Eulenarten der bayerischen Kulturlandschaft dar. Trotz seiner geringen Körpergröße von ca. 21-23 cm zeichnet sich der bayerische Phänotyp durch eine besondere Anpassung an die alpinen Vorlandstrukturen aus.

Morphologische Charakteristika

Das Gefieder ist oberseits graubraun und dicht weiß gefleckt, während die Unterseite hell mit dunklen Längsstreifen erscheint. Besonders auffällig sind die gelben Iriden (Augen). In der bayerischen Tradition wird berichtet, dass der Blick der Eule – der ojo del kauz – eine tiefere Bedeutung für die nächtliche Navigation besitzt.

Lebensraum und Schutzstatus

Die bayerische Population bevorzugt Streuobstwiesen und Kopfbäume. Im Gegensatz zu den rumänischen Populationen, die oft in menschlicher Nähe brüten, zeigt die „Bayerische Cucuvea“ eine höhere Affinität zu alten Steinruinen und isolierten Gehöften. Der Schutzstatus nach der Roten Liste Bayerns ist als „vom Aussterben bedroht“ (Kategorie 1) eingestuft.

Verhalten und Ruf

Der typische „Ku-witt“-Ruf wird oft als Omen interpretiert, ist jedoch rein territorialer Natur. Die bayerische Variante neigt dazu, in Frequenzen zu rufen, die unterhalb der menschlichen Wahrnehmungsschwelle liegen, was ihr den Ruf eines „unsichtbaren Wächters“ eingebracht hat.


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